Am biblischen Instrument: Laurence Tercier

„Leg deine Rüstung ab…“
Ein musikalisches Fest

50. Fürther Kirchenmusiktage vom 27. Oktober bis 24. November 2013

Tradition mit Zukunft: Seit einem halben Jahrhundert wirken Katholische und Evangelische Kirchenmusik in Fürth kollegial zusammen, ergänzen und bereichern einander. Die Kirchenmusiktage wurden ins Leben gerufen, um einen Einblick in diese gemeinsame Arbeit zu geben. So auch jetzt, beim Festprogramm zum Jubiläum, das zugleich eine große Vielfalt der musikalischen Gattungen, Besetzungen und kompositorischen Epochen aufweist.

Die Fürther Orgellandschaft, die sich seit den 1960er Jahren wesentlich erneuert hat, wird in repräsentativen Konzerten vorgestellt. Beim Ökumenischen Festgottesdienst am 3. November musizieren Helmut Scheller und Norbert Küber auf der großen Hauptorgel (1963/64) und der Chororgel (1972) von St. Paul, die beide von der Firma Walcker nach Entwürfen von Walter Supper gebaut wurden. Der Bamberger Domorganist Markus Willinger gestaltet ein Literatur- und Improvisationskonzert zum 9. November an der Eisenbarth-Orgel (1965) von St. Heinrich. Einen Tag später, am 10. November, findet ein Ökumenischer Orgelspaziergang statt: Sirka Schwartz-Uppendieck interpretiert an der Späth-Orgel (1989) der evangelischen Auferstehungskirche Werke von Felix Mendelssohn bis Werner Heider und Horst Lohse, Dieter Neuhof danach an der Eisenbarth-Orgel (1972) der katholischen Nachbarkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ Musik des Klassizismus.

Große oratorische Werke greifen dramatischen Konflikte auf: Krieg und Frieden, Toleranz und Intoleranz, existentielle Bedrohung und die Hoffnung auf Ausgleich und Versöhnung. Biblische Gestalten artikulieren diese Konflikte in unterschiedlichen musikalischen Sprachen. „Esther“ in der barocken Deutung von Händel (am 27. Oktober im Stadttheater) und „Elias“ in der romantischen Auffassung von Mendelssohn (am 23./24. November in St. Michael) werden von Ingeborg Schilffarth dirigiert. Ein ganz neues Oratorium, „Debora“ von Dorothea Hofmann (Musik) und Michael Herrschel (Text) erlebt unter der künstlerischen Leitung von Sirka Schwartz-Uppendieck seine Uraufführung (am 17. November in der Auferstehungskirche).

„Krönungsmesse“ und „Te Deum“ von Mozart (im Gottesdienst in St. Paul am 3. November, geleitet von Andreas König und Matthias Hofknecht) und die „Messa da Requiem“ von Verdi (aufgeführt von Bernd Müller und Markus Simon am 10. November im Stadttheater) schlagen Brücken zwischen Kirche und Oper.

Weitere programmatische Akzente setzen die Kirchenmusiktage durch ein „Concerto illuminato“ (Orgel, Percussion & Lichtshow am 8. November in der Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“, Leitung Dieter Neuhof) und durch musikalische Angebote für das Publikum von morgen: ein Orgelkonzert für Kinder (am 18. November in der Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“) und einen Kinderbibeltag mit Singspiel (am 20. November im Gemeindehaus St. Paul).

Alle, die mehr über die Geschichte des Festivals und der Fürther Kirchenmusik erfahren möchten, lädt der Kirchenmusikverein im Anschluss an den Ökumenischen Gottesdienst am 3. November ins Gemeindehaus St. Paul ein: zu einem Jubiläumsempfang mit Video-Zeitstrahl, Überraschungsgästen und viel Musik.

Grußworte zum Jubiläum

Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth:
„Als Schirmherr der 50. Fürther Kirchenmusiktage heiße ich alle Gäste aus Nah und Fern zu diesem besonderen Ereignis in der Kleeblattstadt herzlich willkommen.
Die Kirchenmusiktage widmen sich in ihrem Jubiläumsjahr schwerpunktmäßig einem Thema, das uns alle in unserem täglichen Zusammenleben immer wieder beschäftigt: dem Thema ‚Toleranz‘.
Namhafte Künstlerinnen und Künstler laden uns dazu ein, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die verbindende Sprache der Musik kann uns emotional berühren, kann Brücken schlagen, kann Verständnis füreinander wecken und vertiefen.
Das künstlerische Team des Festivals hat in diesem Sinn ein vielfältiges, attraktives Programm zusammengestellt, das uns durch die nächsten Wochen begleitet. Darauf freue ich mich sehr.
Fünfzig Jahre Kirchenmusiktage, das ist ein wichtiges Kapitel im Musikleben unserer Stadt. Das Festival gibt Einblicke in das, was hier das ganze Jahr über an wunderbarer musikalischer Arbeit geleistet wird, zum Beispiel in den Bereichen Jugend- und Laienförderung, Neue Musik und Musik von Frauen. Die Stadt Fürth ist allen Kantorinnen und Kantoren, den früher und den heute wirkenden, sehr dankbar für die kulturellen und sozialen Impulse, die die Kirchenmusik uns gibt.
Fünfzig Jahre Kirchenmusiktage, das bedeutet nicht zuletzt: Fünfzig Jahre Engagement und Erfahrung im ehrenamtlichen Bereich. Hierfür gebührt allen ehemals und allen aktuell Aktiven des Kirchenmusikvereins und der Gesellschaft der Orgelfreunde großer Dank. Stellvertretend für alle sei ein Mann genannt, der das Festival von Anfang an bis heute geprägt hat. Ihm sage ich im Namen der Stadt Fürth: Herzlichen Glückwunsch, lieber, verehrter Klaus Peter Schriegel, zu dieser Lebensleistung, und vielen Dank für das, was Sie zusammen mit Gleichgesinnten für die Kultur in Fürth getan, ermöglicht und angestoßen haben.
Ich wünsche dem Jubiläumsfest einen guten Verlauf und der Fürther Kirchenmusik weiterhin eine aktive, wichtige Rolle im Leben unserer Stadt.“

Dr. Wolfgang Heubisch, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst:
„Musik bietet eine hervorragende Gelegenheit, um zusammen zu kommen. Im gemeinsamen Hören können Menschen unterschiedlicher Herkunft und Überzeugung einander nah sein. Barrieren, die uns voneinander trennen, erscheinen überwindbar, solange die weltumspannende Sprache der Musik erklingt. Findet dies in einer Kirche statt, so blicken wir auch in die Tiefe der Zeit. Keines der steinernen Gotteshäuser war jemals stumm. Seit es Kirchen gibt, wird in ihnen musiziert.
Für das Musikleben der Gegenwart sind Kirchen ebenso bedeutend wie Theater und Konzertsäle. Wichtige Werke wurden und werden auch heute für die Aufführung im sakralen Kontext geschrieben: von Liedern und Instrumentalmusik bis hin zu großen Oratorien. Die Fürther Kirchenmusik spielt hier seit langem eine wichtige Vorreiterrolle.
Unter der Ägide des Fürther Kirchenmusikvereins und seiner Initiatoren Klaus Peter Schriegel und Walter Teufel wurden die meisten der Orgeln erbaut, die heute noch in den Altstadtkirchen erklingen. Im Rahmen von Wettbewerben wurde eine kontinuierliche Nachwuchsförderung betrieben. Viele, die heute in den großen Metropolen tätig sind, haben in Fürth erste Anerkennung und Auszeichnung bei den Kirchenmusiktagen erfahren.
Bewährte Traditionen wurden hier gepflegt und weiter entwickelt. Und neue Traditionen wurden begründet – so etwa die Fürther Komponistinnenkonzerte, die in der Region einmalig sind. In seiner eindrucksvollen Vielfalt zeigt das gesamte Jahresprogramm der Fürther Kirchenmusik, wie man die Rolle der Musik in Kirche und Gesellschaft immer wieder neu und kreativ definieren kann. Ich gratuliere daher den Fürther Kirchenmusiktagen zum runden Jubiläum sehr herzlich und wünsche Ihnen weiterhin ein erfolgreiches und segensreiches Wirken.“

Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg:
„Kirchenmusik lässt Gott spüren, indem sie Stille schafft und in die Tiefen der menschlichen Seele hineinführt.
Sowohl die Fülle des Lebens als auch die Widersprüchlichkeiten unserer Existenz finden Ausdruck in der Musik. Dank und Klage, Trauer und Hoffnung spiegeln sich in ihr. Musik vermag unendlich viel: Sie kann unser Wohlbefinden steigern und die Verwundungen heilen; sie trägt dazu bei, einen Raum zu eröffnen, wo der Mensch mit sich, seinen Mitmenschen und mit Gott in Einklang kommen kann.
Das Zweite Vatikanische Konzil fordert dazu auf, dass wir alle gemeinsam den Schatz der Kirchenmusik mit größter Sorgfalt bewahren und pflegen. Dieser Aufgabe widmen sich in besonderer Weise die ökumenischen Fürther Kirchenmusiktage, die zu Zeiten des Konzils ins Leben gerufen wurden.
Sie halten das reiche Erbe der Vergangenheit präsent, sie lassen die lebendige kirchenmusikalische Praxis der Gegenwart erfahren und wirken in die Zukunft hinein, indem sie die Entstehung neuer geistlicher Kompositionen fördern sowie junge Menschen zum Hören, Singen und Musizieren anregen.
Dankbar konstatiere ich, dass viele gute Verbindungen zwischen Bamberg und Fürth seit Bestehen der Kirchenmusiktage gepflegt werden, so auch im 50. Jubiläumsjahr. Ich freue mich, dass Domorganist Markus Willinger Choräle des Gotteslobs improvisiert und der Bamberger Komponist Horst Lohse sowie die aus Bamberg gebürtige Komponistin Dorothea Hofmann mit neuen Werken im Festprogramm vertreten sind.
So wünsche ich den Fürther Kirchenmusiktagen von Herzen viel Erfolg und gutes Wirken. Gottes reicher Segen möge alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfüllen.“

Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern:
„Das Motto der 50. Fürther Kirchenmusiktage entstammt der dritten Strophe des Liedes ‚Die Erde ist des Herrn‘, das Jochen Rieß und Matthias Nagel 1985 geschrieben haben:
‚Geh auf den andern zu. / Zum Ich gehört ein Du, um Wir zu sagen. / Leg deine Rüstung ab. / Weil Gott uns Frieden gab, kannst du ihn wagen.‘
Welche Rüstungen tragen wir? Wagen wir es, sie abzulegen und verwundbar zu werden? Dies zu tun, setzt Vertrauen voraus. Wenn es gelingt, dann entsteht etwas Neues zwischen uns Menschen. In der Achtung voreinander können wir eine gemeinsame Sprache finden, in der wir uns verständigen.
Die Musik als universale Sprache formuliert auf ihre eigene Weise die Utopie einer solchen Verständigung. Musik lehrt uns immer neu, die Sinne zu schärfen. Aufeinander zu hören und auch das Kleinste, das Leiseste im Andern zu achten.
Musik begleitet und unterstützt uns im Leben. Sie gibt uns Kraft. In der Kirche begegnet die Musik dem Glauben und tritt in eine lebendige und vielfältige Beziehung zu ihm ein. Wie die Musik, so will der Glaube uns herausreißen aus Angst und Mutlosigkeit. Denn Glauben heißt: nicht resignieren. Sondern darauf vertrauen, dass wir mit Gottes Hilfe unser Leben gestalten können. Dass wir gemeinsam etwas tun, etwas bewirken können, und sei es noch so gering.
Was die Fürther Kirchenmusik leistet, das ist wahrlich nichts Geringes. Kirchenmusikalische Arbeit ist wunderbar gelebte Gegenwart. Sie gehört zum Hier und Heute und sie ist im Geist der Menschlichkeit und des Verstehens unermüdlich auf die Zukunft ausgerichtet.
In diesem Sinn möchte ich meinen Dank und meine herzliche, solidarische Gratulation mit Worten Dietrich Bonhoeffers verbinden: ‚Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht.‘“

Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken:
„Die Fürther Kirchenmusik ist in ihrer beeindruckenden Vielfalt und in ihrer hohen künstlerischen Qualität ein wichtiger Kulturfaktor, der weit über den städtischen Bereich hinauswirkt.
Ein erfreulich starker musikalischer Austausch verbindet Fürth mit der Region. Beispielhaft wird dies deutlich, wenn sich in Jugendorchestern, Posaunenchören und Vokalchören Woche für Woche Menschen aus unterschiedlichen Orten zusammentun und für das gemeinsame Ziel der Musik engagieren. In großen Konzertprojekten werden die reichen Aktivitäten auf dem Land und in der Stadt aufs Schönste miteinander verbunden.
Mittelfranken hat viel zu bieten an Talenten, und die Fürther Kirchenmusiktage tragen seit langem dazu bei, diese Talente zu entdecken und ihre Leistungen zu würdigen. Junge Musikerinnen und Musiker haben hier ihre ersten Auftrittsmöglichkeiten bekommen, haben Gleichgesinnte kennen gelernt und wertvolle Impulse für ihren weiteren Werdegang erhalten.
In vielfältigen Kooperationen hat die Fürther Kirchenmusik über Jahre hinweg ein weites Netz von musikalischen Beziehungen geknüpft und wichtige Zeichen gesetzt für das gesellschaftliche Engagement im musischen Bereich. Dazu gratuliere ich allen Beteiligten herzlich. Und ich wünsche für die Zukunft alles Gute!“

Elisabeth Reichert, Kulturreferentin der Stadt Fürth:
„Liebe Freundinnen und Freunde der Fürther Kirchenmusik!
Es ist wieder soweit: Die Fürther Kirchenmusiktage erheben ihre Stimme in der herbstlichen Beschaulichkeit und gegen die aufkommende Lethargie. Wenn es abends früher dunkel wird, rufen sie uns zu: ‚Kommt, um die Musik zu erleben! Traut euch und verlasst die Fernsehapparate, geht hinein in die Kirchen, ins Theater, in die Gemeindehäuser!‘
Mein persönlicher Tipp: Genießen Sie das Live-Erlebnis einer musikalischen Aufführung, spüren Sie die Gänsehaut und das Kribbeln im Bauch, erleben Sie Begeisterung und Stille! Live ereignet sich mehr! Es gibt Interaktionen zwischen allen Beteiligten; Interaktionen, die selbst von der besten Aufnahmetechnik nicht wiedergegeben werden können.
Musizieren und Musik gemeinsam erleben, das heißt ‚sozial aktiv sein, das Miteinander spüren‘. Wissenschaftliche Studien belegen, dass musische Bildung das Sozialverhalten nachhaltig fördert, dass Kultur das menschliche Zusammenleben positiv beeinflusst, dass Kultur für viele Menschen sogar lebensnotwendig ist. Das ‚Kulturzertifikat für Mittelschulen‘ des Kulturreferates der Stadt Fürth setzt hier an und ermöglicht jungen Menschen den systematischen Zugang zu kultureller Bildung.
Auch die Fürther Kirchenmusiktage gehen diesen Weg: Sie sind seit 50 Jahren am Puls der Zeit, sie sprechen alle Generationen an, laden Jung und Alt ein. Sie fordern Alle auf: ‚Macht euch auf den Weg!‘ – So wie es in einem Oratorium heißt…
In welchem? Tja, die Antwort hierauf und auf manch Anderes können Sie auf den folgenden Seiten entdecken.
Ich danke den OrganisatorInnen und allen Mitwirkenden für Ihr kontinuierliches Engagement und wünsche Ihnen, liebe Musikinteressierte, viel Freude beim Stöbern im Programmheft der 50. Fürther Kirchenmusiktage und beim Live-Erleben der vielen hochkarätigen Veranstaltungen!
Danke, dass Sie sich auf den Weg machen ;-) !“

Jörg Sichelstiel, Dekan (Evangelisch-Lutherisches Dekanat Fürth):
„Zum 50. Jubiläum der ökumenischen Kirchenmusiktage in Fürth gratuliere ich sehr herzlich. Es ist ein ganz außerordentliches Jubiläum. Mir ist kein anderer Ort bekannt, an dem schon seit 50 Jahren ökumenische Kirchenmusiktage begangen werden. Den Gründern, von denen Klaus Peter Schriegel bis heute aktiv und verantwortlich ist, sowie allen Verantwortlichen über die Jahre hinweg kann man nicht genug danken. Sie haben im Gründungsjahr 1964 wegweisend gehandelt und Perspektiven eröffnet, die weit über das Heute 50 Jahre später hinausführen. Mit den ökumenischen Kirchenmusiktagen haben sie damals und immer wieder konfessionelle, gemeindliche und musikalische Grenzen überwunden und damit etwas geschaffen, das in anderen Bereichen erst noch mühsam erarbeitet werden muss.
Das Herz dieses Engagements liegt in der Freude an der Kirchenmusik und in einem versöhnenden und verbindenden Geist. Musik kann auch polarisieren, aber das war nie das Anliegen der Kirchenmusiktage. Bei unzähligen Konzerten haben Menschen durch die Schätze der Kirchenmusik Freude und Trost, Trauer und Hoffnung erlebt und eine wunderbare Ahnung vom Reichtum der Gnade Gottes spüren können. So ist sowohl die kirchliche Verkündigung als auch die städtische Kultur durch die Kirchenmusiktage 50 Jahre lang in großartiger Weise beschenkt worden.
Verantwortliche und Beteiligte, Besucher und Besucherinnen konnten und können die ganze Bandbreite der Kirchenmusik bis hin zu experimenteller Musik und zur Popularmusik hören und dabei die Vielfalt der kirchlichen Räume in Fürth sehen. In den Dank einschließen möchte ich neben den Verantwortlichen all die Ehrenamtlichen, die durch ihr Engagement die 50 Jahre Kirchenmusiktage erst ermöglicht haben. Das beginnt bei den Mitgliedern der Chöre, und es endet nicht bei denen, die an der Abendkasse sitzen und die Eintrittskarten kontrollieren. Viele müssen zusammenwirken, damit so ein musikalisches Fest entsteht. 50mal ist dies wunderbar gelungen und mit vollem Recht heißen die Jubiläumskirchenmusiktage im Untertitel „Ein musikalisches Fest“. Dies gilt für die 50 Jahre! Ich wünsche den Kirchenmusiktagen ein frohes Gelingen und Gottes Segen für die Durch- und vor allem für die Fortführung im nächsten halben Jahrhundert!“

André Hermany, Dekan (Katholisches Dekanat Fürth):
„Ein farbenfrohes Feuerwerk zum Jubiläum!
Mit Schwung präsentieren die Kirchenmusiktage, deren Aktivitäten nun ein halbes Jahrhundert umspannen, große Musik aus vier Jahrhunderten.
Ein kraftvolles theatrales Moment zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Biblisches Geschehen wird dramatisch dargestellt, verständlich und neu gedeutet. Seit alter Zeit hat das geistliche Spiel, die im Kirchenraum aufgeführte ‚Sacra rappresentazione‘, lebhaft Anteil an den Diskussionen der Zeit genommen.
Im Barock bahnt sich die biblische Dramatik den Weg ins weltliche Musiktheater oder, wie im Fall von Händels Oratorien, in die Konzertsäle. Höhepunkte im blühenden Konzertleben des folgenden Jahrhunderts sind die Oratorien von Mendelssohn, in denen auf bewegende Weise jüdisches und lutherisches Erbe zueinander finden. Von größter Bedeutung ist hier auch die ‚Messa da Requiem‘ von Verdi. In ihr wird die Liturgie der römischen Kirche zu flammender Klangrede.
Spannend ist es nun zu beobachten, wie sich die Kirche vor allem heute wieder neu für das dramatische Oratorium öffnet. Das geistliche Spiel kehrt an den Ort seines Ursprungs zurück – kritisch, mutig, modern. Mit der Uraufführung des Oratoriums ‚Debora‘ setzen die Fürther Kirchenmusiktage im fünfzigsten Jahr ihres Bestehens ein wichtiges Zeichen.
Ein farbenfrohes = klangvolles Feuerwerk zu diesem Jubiläum! Wir werden es noch erleben in weiteren Aufführungen: in Mozarts grandioser Krönungsmesse beim ökumenischen Gottesdienst, im funkelnden Experiment eines ‚Concerto illuminato‘, das den sakralen Raum in ein neues Licht taucht, in kreativen Orgel-Exkursionen und Kinderkonzerten. Und das alles ist nur ein Teil von dem, was seit langem hier geleistet wird.
Darum darf ich sagen: Vollste Anerkennung! In diesen fünfzig Jahren ist wahrhaft ein Berg erstiegen worden. Steigen Sie mit auf und lassen Sie uns gemeinsam die Aussicht genießen!“